Die Geschichte des Dorfmarktes Guntershausen

(sv) Die Idee eines Einkaufsladens für Guntershausen entstand im Januar 2012 im Kopf einer Einwohnerin. Es hatte sie beschäftigt, dass das Leben in Guntershausen zunehmend anonym geworden war, nachdem der letzte Einkaufsladen im Mai 2010 und wenig später die Post geschlossen worden waren – das Dorf hatte keine„Seele“ mehr. Bei ihren Gesprächen mit Nachbarn stiess sie auf Skepsis und gleichzeitig Interesse an einer neuen Einkaufs- und Begegnungsmöglichkeit und erfuhr auch, dass ein Ladenlokal an zentraler Lage im Juli wieder frei werde. Mit ihrem Mann konzipierte sie sodann eine Umfrage im Dorf, um das Interesse an einem Dorfladen zu erfahren. Der Rücklauf war erfreulich und der angefragte Präsident der Dorfgemeinschaft sogleich Feuer und Flamme, das Projekt gemeinsam weiter zu verfolgen. Anfang April besichtigte eine kleine Gruppe der Einwohnerschaft das Ladenlokal ein erstes Mal. Alles war noch sehr vage, die Initianten verstanden nichts von Stufenvitrinen, Abladewerten, Bruttomarge und anderen Fachbegriffen aus dem Detailhandel. Sie entschieden sich, einen Fachmann beizuziehen, der dem Projekt gute Chancen gab. Auch der Gemeinderat unterstützte das Projekt.

Am 3. Juli trafen sich 11 Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichstem beruflichen und Lebenshintergrund zusammen mit dem Fachmann zu einer ersten Sitzung, der insgesamt 9 weitere Arbeitstreffen von jeweils 3-4 Stunden Dauer folgen sollten. Am 23. August konnten die Dorfbewohnerinnen und –bewohner von Guntershausen und Maischhausen das Ladenlokal besichtigen und sich an einer Veranstaltung im Mehrzweckraum der Turnhalle über das Projekt informieren.

In der Planungsgruppe war früh klar geworden, dass ein neuer Dorfmarkt von einer Genossenschaft getragen werden sollte. Genossenschaften haben sich als Rechtsform der Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung bewährt und sind ein eigentliches Kulturgut. Die Schweizerische Eidgenossenschaft trägt den Begriff in ihrem Namen, woran die geschichtliche Bedeutung der Genossenschaft für das gemeinsame Wirtschaften und Zusammenleben in der Schweiz deutlich wird.

Vom 23. August an konnten Interessierte ihre Absicht bekunden, einen Anteilschein zu zeichnen und damit Mitglied der Genossenschaft Dorfmarkt Guntershausen zu werden. Die Solidarität im Dorf war so gross, dass sich die Projektgruppe am 29. September entschied, den Dorfmarkt zu realisieren. Die Ländliche Genossenschaft Guntershausen-Ettenhausen nahm als Vermieterin des Ladenlokals dessen Renovation in Angriff. Am 25. Oktober 2012 –im Jahr der Genossenschaften der UNO - fand die Gründungsversammlung der Genossenschaft statt, an der 92 Mitglieder teilnahmen und 7 kompetente, ehrenamtlich tätige Verwaltungsmitglieder sowie 2 Revisoren gewählt wurden. 

Dann ging alles Schlag auf Schlag: die Genossenschaft wurde im Handelsregister eingetragen, Verkaufspersonal wurde gesucht und eingestellt, Leistungsvereinbarungen mit Lieferanten abgeschlossen u.v.m. Die Verwaltungsmitglieder nahmen ihre Aufgaben in den jeweiligen Ressorts mit viel Engagement in Angriff und bereits an Weihnachten konnte im frisch renovierten Ladenlokal mit Glühwein auf den Dorfmarkt angestossen werden.

     

Wir sind stolz darauf, die Nahversorgung mit Artikeln des täglichen Bedarfs für die Einwohnerinnen und Einwohner von Guntershausen und Maischhausen wieder sicher gestellt und eine schöne Begegnungsstätte für sie geschaffen zu haben. Die Realisierung des Projektes hat vor allem eines gezeigt: wo sich Bürgerinnen und Bürger zusammentun und ein gemeinsames Anliegen verwirklichen wollen, sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt! 

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